Tarifvertrag ig metall thüringen 2018

Streiks sind selten in Deutschland, wo Unternehmen und Gewerkschaften nach Möglichkeit nach Konsens streben. Einer der ersten Streiks der IG Metall dauerte 1984 in den Ländern Baden-Württemberg und Hessen sieben Wochen, was zu einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden von 37 führte. Ein weiterer großer Streik wurde 1995 von der IG Metall organisiert, als bis zu 11.000 Beschäftigte in Bayern zwei Wochen lang vom Job blieben. [9]. [10] 2002 rief die IG Metall eine eintägige Streikwelle aus, um eine Lohnerhöhung von 6,5 Prozent zu fordern. Die deutsche Industrie löste den Streit zwei Wochen später mit einer Erhöhung um rund 4 Prozent. [11] [12] 2003 musste die Gewerkschaft ihre Kampagne für eine kürzere Arbeitswoche in den ostdeutschen Fabriken fallen lassen, nachdem ihre hartnäckige Verhandlungstaktik von den Deutschen aus dem gesamten politischen Spektrum abgelehnt worden war. [13] Anfang 2018 beteiligten sich mehr als 900.000 Beschäftigte an Arbeitskampfmaßnahmen, um die Forderungen der IG Metall nach höheren Löhnen und dem Recht auf Arbeitszeitverkürzung zu unterstützen. [14] Diese Verhandlungen haben die seit Jahren geltende Komplexität der Tarifverträge auf senkperbar endiel. Das Ergebnis ist, dass die Arbeitnehmer, die Gewerkschaftsmitglieder, nicht mehr wissen können, welche Punkte sie direkt betreffen und auf welche Aspekte des Abkommens sie sich verlassen können. Selbst Gewerkschaftsdelegierte in vielen kleinen und mittleren Unternehmen sind schnell überfordert. Und in den vielen Fabriken, in denen es überhaupt keine Delegierten gibt, ist es noch schlimmer. Dort, auch wenn das Unternehmen die Konvention anerkennt und daran gebunden ist, kann der Chef dieses Imbroglio nutzen, um so ziemlich das zu tun, was er will.

In der Metallurgie und Elektronik ergibt dies für dieses Jahr eine durchschnittliche Steigerung von nur 3,7 Prozent (was heute für das Durchschnittsgehalt 3.418 entspricht) und für 2019 etwas mehr als 3 Prozent (etwa 3,6 Prozent, wenn die 400 vollständig bezahlt wird). Im Vergleich zu den 27 Monaten der Laufzeit der Vereinbarung kommt es für ein Durchschnittsgehalt zu einer Erhöhung um 3,5 Prozent pro Jahr, etwas mehr für die niedrigsten Kategorien (aber immer vorausgesetzt, dass die 400 bezahlt werden). Bei einem prognostizierten Preisanstieg von 2 Prozent wird die Inflationsrate überschritten, aber die Produktivitätssteigerungen sind nicht enthalten. Arbeitszeit• Ab 2019 ein Recht für alle Vollzeitbeschäftigten mit mehr als 2 Jahren Betriebszugehörigkeit, ihre Wochenarbeitszeit für 6 bis 24 Monate auf 28 Stunden zu reduzieren. Nach Ablauf dieses Zeitraums haben die Arbeitskräfte das Recht, den Vorgang zu wiederholen. • Die vorübergehend reduzierte (28 Stunden) Wochenarbeitszeit wird auf 10 % der Erwerbsbevölkerung begrenzt. Beantragen mehr als 10 % der Arbeitnehmer eine Verkürzung der Arbeitszeit, Vorrang haben dann diejenigen, die Schichtarbeit, Pflege von Angehörigen oder kleinkinderfürsorge (bis 8 Jahre) leisten.• Die Arbeitgeber haben auch die Möglichkeit, Arbeitnehmer mit 40-Stunden-Verträgen zu beschäftigen (derzeit auf 18 %/13 % aller Verträge je nach Tarifregion festgelegt), aber die Betriebsräte werden mehr und stärkere Widerspruchsrechte haben, wenn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von durchschnittlich 35,9 Wochenstunden über alle Arbeitnehmer hinausgeht. Der einzige Lichtblick in dieser Kampagne der Lohnverhandlungen ist, dass mit den vollen Streiktagen, die von der Gewerkschaftsführung ausgerufen wurden (und nicht nur gezielte und sehr begrenzte Aktionen, wie üblich), viele Arbeitnehmer zum ersten Mal so etwas wie eine kleine Kampferfahrung erleben konnten (allein in Baden-Wrttemberg streikten 190.000 Menschen). Angesichts der schwachen Zahl der Streiktage in Deutschland verdient diese gute Nachricht, so bescheiden sie auch ist, auch wenn die Gewerkschaftsmitglieder bei der Unterzeichnung des Abkommens wieder einmal kein Mitspracherecht hatten.

racadmin